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Hennigsdorfer Elektrostahlwerke GmbH

STANDORTE

Die Hennigsdorfer Elektrostahlwerke GmbH (H.E.S.) sind, ebenso wie die Brandenburger Elektrostahlwerke GmbH, ein erfolgreiches und traditionsreiches Unternehmen, das im Jahr 1917 von der AEG, damals führender Konzern der deutschen Elektroindustrie, unmittelbar nordwestlich von Berlin unter dem Namen AEG Hennigsdorf Nord gegründet wurde. Ende der 20er Jahre wurde das Werk von Friedrich Flick erworben, der es bis zum Ende des zweiten Weltkrieges führte. Nach der DDR-Zeit übernahm di Riva Gruppe die Industrieanlage im Mai 1992 von der Treuhandanstalt im Rahmen eines öffentlichen Bieterverfahrens. Mit Investitionen in Höhe von ca. 280 Millionen Euro wurden umfassende Modernisierungsmaßnahmen an den technischen Anlagen zur Erhöhung der Produktion und zur Erweiterung der Produktpalette (Qualitätsstahl) vorgenommen. Ein wesentlicher Anteil der Investitionsmaßnahmen diente dem Umweltschutz.

Das Werk, das derzeit ca. 670 Mitarbeiter beschäftigt, ist ausgerüstet mit zwei eingehausten Lichtbogenöfen mit Erker, Pfannenöfen und Stranggussanlagen. Des Weiteren wurde eine neue Entstaubungsanlage (einschließlich geschlossener Kreisläufe für direktes und indirektes Kühlwasser) installiert, die Primär- und Sekundärstäube aus den Abgasen über eine Trockenfilteranlage absaugt. Die Produktpalette umfasst Stranggussknüppel, Betonstahl und Blankstahl, der vorwiegend an die Automobilindustrie und deren Zulieferer ausgeliefert wird. Die H.E.S. hat ein integriertes Managementsystem (Qualität, Umwelt, Energie, Nachhaltigkeit) und besitzt die neuesten europäischen und internationalen System- und Produktzertifizierungen.

Unter der Leitung der AEG Hennigsdorf Nord entstand im Jahre 1917 ein Stahlwerk mit zwei Elektroöfen (5 und 10 t) und einem 20 t Siemens-Martin-Ofen sowie eine Gießerei und ein Radherstellungswerk.1921 übernahm das Stahl- und Walzwerk Hennigsdorf (ein Zusammenschluss aus AEG, Linke-Hoffmann-Werke AG Breslau und Lauchhammer AG Riesa) die Betriebe. Die neue Geschäftsleitung verbesserte die Produktionsleistung und installierte Walzstraßen für Flachprodukte. Die Mitteldeutsche Stahlwerke AG (Eigentümer Friedrich Flick) übernahm 1926 das Hennigsdorfer Werk. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges, im Oktober 1945, wurde Friedrich Flick enteignet. Ein Jahr später erfolgte die Demontage der wesentlichen Anlagen des Hennigsdorfer Werkes und deren Verfrachtung als Reparationsleistung in die Sowjetunion.

Das neue Werk basierte auf der Siemens-Martin-Technologie, die Walzproduktion wurde von traditionellen Flachprodukten auf Langprodukte umgestellt. 1948 nahm das Stahl - und Walzwerk Hennigsdorf die Produktion als volkseigener Betrieb wieder auf. Gut 20 Jahre später, im Jahre 1969, wurde das Unternehmen Mitglied des Qualitäts- und Edelstahl-Kombinats, zu dem auch das Werk in Brandenburg gehörte. Zehn Jahre lang stand Hennigsdorf als Stammbetrieb an der Spitze des Kombinats. In den 70er Jahren wurde der Betrieb umfassend modernisiert und mit einem neuen Elektrostahlwerk mit Stranggussanlagen sowie einer neuen kontinuierlichen Walzstraße zur Produktion von Betonstahl in Stäben und Qualitätsstahl in Ringen erweitert.

Am 1. Mai 1990 wurde das Brandenburger Werk an die Treuhandanstalt übertragen. Die nicht wettbewerbsfähigen Bereiche Siemens-Martin-Stahlwerk und Stahlgießerei wurden aufgegeben, das Elektrostahlwerk hingegen modernisiert.

Am 1. Mai 1992 erfolgte die Übernahme des Werkes durch die eigens von der Riva Gruppe gegründete H.E.S. Hennigsdorfer Elektrostahlwerke GmbH.

Die Bundesautobahn A111 ist nach weniger als 5 km erreichbar. Die H.E.S. besitzt einen eigenen Eisenbahn-anschluss sowie zwei Werkhäfen, die sich unmittelbar an der kanalisierten Havel als Teil des Oder-Havel-Kanals befinden und somit Anschluss an den Stettiner Überseehafen bieten. Auf einem Betriebsgelände von ca. 1,7 km² befinden sich die drei großen Produktionsbereiche Elektrostahlwerk, Walzwerk und Weiterverarbeitung, mehrere Verwaltungsgebäude, sowie die Betriebsdeponie Pinnow. Insgesamt sind ca. 210.000 m² bebaut, das betriebsinterne Straßen- und Gleisnetz erstreckt sich über eine Länge von 13,8 km bzw. etwa 41 km.

Das Werk ist spezialisiert auf die Herstellung von Betonstahl, Rundstahl (Einsatzstähle, Vergütungsstähle, Kohlenstoffstähle) und Blankstahl (gezogen, geschält, geschliffen). Die Walzerzeugnisse werden aus Vierkantknüppeln hergestellt, die im eigenen Stahlwerk geschmolzen und vergossen werden. Beliefert werden Kunden im Inland, in Ländern der Europäischen Union (Niederlande, Polen, Belgien, Frankreich, Spanien, Finnland, Schweden), in anderen europäischen Ländern (Schweiz, Norwegen) und in Übersee (USA, Zentralamerika, Algerien, Nigeria, Südafrika). Die Schrottlieferungen gelangen mit dem LKW, mit der Bahn und über den Wasserweg ins Werk, die Frachtkähne werden im werkseigenen Hafen am Oder-Havel Kanal gelöscht.

 

Das Stahlwerk ist ausgerüstet mit zwei eingehausten Lichtbogenöfen, Pfannenöfen und Stranggussanlagen. Die kontinuierliche Walzstraße besteht aus einem Hubbalkenofen, einer Vorstraße und Mittelstraße, und zwei Fertigstraßen. Die Walzstraße wird durch eine automatische Bindeanlage ergänzt. Das fertige Bund wird mittels Magnetkränen im Lager abgelegt bzw. auf LKW oder Waggon verladen. In den Bereichen Weiterverarbeitung und Wärmebehandlung arbeiten Schälmaschinen, Schleifmaschinen, Ziehmaschinen und Wärmebehandlungsanlagen (Glühen, Entspannen, Vergüten, Normalisieren usw.). Die Maschinen sind mit zerstörungsfreien Prüfanlagen für die Erfassung von Oberflächen- und Innenfehlern ausgerüstet. Die Prüfungen am Produkt, die der Sicherstellung der Einhaltung der geforderten Qualitätsmerkmale dienen, finden im Zentrallabor statt, welches über Spektrometer für die chemische Analyse und über Geräte für metallografische und mechanische Prüfungen verfügt. Seit der Privatisierung wurde der Modernisierungsplan entsprechend den gleichen Richtlinien, wie bereits für die B.E.S. GmbH dargestellt, umgesetzt und fortgeführt, mit umfangreichen Erweiterungen der Produktionsanlagen, Verbesserung des Umweltschutzes und der Arbeitsbedingungen, und Entwicklung der Qualität der Produkte.

Rundstahl, blank geschält

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